Samstag, 11. Oktober 2008

Nelspruit mit Tourgide Sifiso

Heute haben wir eine von Sifiso (Pfadfinder in Mataffin) gefuehrte Tour durch Nelspruit gemacht. Er hat uns die Ecken im Township und auch in der Stadt gezeigt, wo Weisse im Normalfall nicht herkommen. Es war sehr interessant. Ich lasse mal mehr die Bilder sprechen, die wir gemacht haben:

Zunaechst haben wir Sifiso zu Hause abgeholt und sind somit zwangslaeufig am neuen Stadion vorbeigekommen, da dieses ja direkt neben dem Township gebaut wird. Auf den ersten Blick erkennen wir die "Giraffenhaelse" (in orange) als Neuerung seit unserem Besuch.

Wir sind ein wenig im Township herumgefahren und er hat uns gezeigt wo ueberall seine Verwandten wohnen. Seine Mutter ist leider vor ein paar Jahren gestorben. Jetzt lebt er bei seiner Granny und seiner Tante. Dann gibt es aber noch eine Frau, die er "Mother" genannt hat, die wir in einem kleinen Laden besucht haben. Hier ist das mit den "Titeln" fuer Familienmitglieder alles etwas anders als bei uns. Alle Geschwister, Halbgeschwister und Cousins und Cousinen und in einer Familie lebenden Kinder werden "Brother" oder "Sister" genannt. Auch gute Freunde werden schnell als "Brother" oder "Sister" vorgestellt. Fuer uns Deutsche manchmal schwer zu verstehen, welcher familiaere Zusammenhang da jetzt aus unserer Sicht bestehen wuerde. Unser erster Halt war eine Shebeen in Nelspruit, die wirklich ganz nett eingerichtet war. Man konnte sogar draussen im Halbschatten sitzen und sein Bierchen trinken.

In der Shebeen und auch in andern Plaetzen, wo viele Schwarze oder Coloureds einkaufen gehen waren wir die einzigen Weissen. Mittags haben wir aber dann in einem Bar/Restaurant gesessen, wo man wunderschoen draussen sitzten kann. Dort haben wir dann gegessen und Sifiso war fast der einzige Dunkelhaeutige dort.

Zum Schluss haben wir ihn wieder nach Hause gebracht und dort noch Zuckerrohr bekommen. Er hat uns eine Pflanze gezeigt, aus deren Blaettern man hier Tee macht, der zum Beispiel gegen Erkaeltung hilft. Wenn man das Blatt zwischen den Fingern zerdrueckt, riecht man einen Duft, der einen an eine Zitrone erinnert. Ich weiss nicht, ob es Zitronengras war?
Auf dem Rueckweg haben wir noch ein paar Schnappschuesse gemacht. Hier ein Gemuesestand. Ein paar Minuten spaeter haben wir vier Maedchen spielen sehen, von denen drei in einer Schubkarre gesessen haben und die groesste hat sie geschoben. Das sah so suess aus, dass ich gerne ein Foto gemacht haette. Leider haben sie das zu schnell gesehen und sind aus der Schubkarre gehuepft und mir lachend entgegengesprungen. Mein Motiv war damit zwar "zerstoert", aber ich habe dann trotzdem ein Foto gemacht, weil sich die Maedels so gefreut haben, dass ich ein Bild von ihnen machen wollte (was uebrgens quasi immer der Fall ist, wenn man wen fotographieren moechte). Als ich mich allerdings wieder umdrehte, um wieder ins Auto zu steigen, stiegen auch die Kids wieder in ihr Gefaehrt. Aber just als mich Jan drauf hinwies und ich mich wieder umdrehte sprangen sie wieder hinaus. Ich sag nur Murphy schlaegt auch in Suedafrika zu, und das nicht zu knapp.

Freitag, 10. Oktober 2008

Sipho zieht weiter


Mein Travelbug "Sipho" zieht weiter. Er kommt zwar noch nicht nach Suedafrika, aber er kommt zumindest schonmal aus Mexiko raus. Das Foto hat der jetztige "Besitzer" gemacht. Es wurde auf nem Schiff aufgenommen und der Affe besteht aus Handtuechern. Sieht richtig lustig aus, finde ich. Die Augen bestehen uebrigens aus Schokolade...

Mal sehen wann Sipho seinen Weg nach Kapstadt findet...

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Nachtrag Sudwala Caves

Ich habe inzwischen meine Fotos auf dem Rechner gezogen und dabei ist mir aufgefallen, dass ich ja noch gar keine Fotos der Hohle online gestellt habe. Dabei sind die so toll. Hier sind die schoensten zwei:

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Bungee jumping

Hallo!
Heut stand ab Nachmittag wieder "Touriprogramm" an. Wir sind in die Sudwala Caves gefahren, wirklich eine tolle Hoehle. Aber das Highlight des Tages war ein spontaner Ausflug nach Graskop. Eigentlich wollten wir nur wieder Pancakes essen, aber dann kam Amelie und mir der Gedanke doch die Big Swing ausprobieren zu wollen. Wir waren naemlich vor ein paar Wochen mit einer deutschen Gruppe dort, die alle gesprungen sind. Wir kamen um 17:01 dort an und eigentlich macht der Laden um 5 zu. Gleucklicherweise haben

sie fuer uns aber nochmal aufgemacht! Somit habe ich mich zusammen mit Amelie im Tandemsprung auf die Reise eines 70 Meter langen freien Falls gemacht. Krass!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Waisenhaus und Grundschule

Bene und Amelie haben bei einem ihrer Besuche fuers Fussballprojekt vor einiger Zeit eine Grundschule in Barberton besucht. Was sie dort erlebt haben, hat sie dazu bewegt, mich zu fragen, ob ich nicht eine Moeglichkeit sehen wuerde, durch Sinothando dort zu helfen. Da sie heut wieder dort waren, habe ich mich angeschlossen, um mir die Schule und das angeschlossene Waisenheim anzusehen.

Zunaechst sind wir zum Waisenheim gegangen. Wir sind sehr herzlich von einer weissen Amerikamerin empfangen und herumgefuerhrt worden. Alles sah sehr gepflegt und gut ausgestattet aus. Man konnte den Kindern gut ansehen, dass sie es in dem Heim sehr gut haben und sie sort sehr froehlich aufwachsen koennen. Es stellte sich heraus, dass das Waisenhaus zwar neben der Grundschule liegt, die beiden Institutionen aber nicht zusammen arbeiten. Die Kinder des Waisenheims bekommen sogar eigenen Unterricht und gehen nicht zu der Schule. Ich frage mich zwar, ob das fuer die Kinder wirklich so gut ist, da sie so als Waisen ziemlich abgeschottet in einer Art Paradies leben...
Das ganze Haus schien mir sehr gut finanziert, hier wird die Hilfe von Sinothando nicht wirklich benoetigt.

Ganz im Gegensatz zu der Grundschule! Ich wurde sehr herzlich von der Direktorin empfangen und wir setzten uns zunaechst in ihr "Buero" (der Raum war sehr klein, es passt grad ein Schreibtisch hinein und um in den dahinterliegenden Raum (von einer Art Sekretaerin) zu gelangen, musste mann ueber die Stuehle klettern, die vor dem Schriebtisch standen) um meine Fragen zu beantworten. Im Gespraech erklaerte mir die Direktorin, dass die Schule von sehr vielen Waisenkindern besucht wird. In Suedafrika ist es so, dass die Kinder eigentlich alle Schulgebuehren zahlen, durch die die Schule sich "finanziert". Da aber viele Kinder in Suedafrika diese nicht zahlen koennen, bekommt auch die Schule kein Geld. Damit ist Bildung sehr deutlich von den finanziellen Mitteln der Eltern abhaengig. Von den 317 Schuelern kommen die meisten ohne etwas zu Essen in die Schule und bekommen dort auch die einzige Mahlzeit am Tag. Bis sie am naechsten Tag wieder in der Schule etwas bekommen, essen die Kinder nichts. Die Schule bekommt von der Regierung Pap und Bohnen, um die Kinder mit der Mahlzeit zu versorgen. Aber sehr gesund ist das nicht und wenn man jeden Tag das gleiche bekommt auch nicht sehr abwechselungsreich und vielfaeltig, was Vitamine und all das gesunde Zeug angeht, was der Koerper eigentlich braucht. Die Schule versucht dem zwar schon mit einen Gemuesegarten etwas entgegenzuwirken und manchmal auch Gemuese und Salat anbieten zu koennen. Aber mal ehrlich: wie gross muesste ein Garten sein, der 317 Kinder gesund ernaehren soll. Das ist wohl eher ein guter Anfang fuer gesundes Essen. Weitere Probleme, die die Schule hat sind: Schuluniformen (diese koennen die Kinder natuerlich auch nicht bezahlen, die Schule versucht so gut es geht diese dann zu stellen), Schulausstattung, eine Kochstelle, wo fuer die Kinder gekocht werden kann...

Sinothando denkt nun ueber eine sinnvolle und nachhaltige Art zu helfen nach.

Montag, 6. Oktober 2008

Post Nr. 4

Mein lieber Woe-AK aus Muenster hat mir von den BuKos aus Muenchen geschrieben!!!
Vielen Dank ich hab mich riesig ueber eure Karte gefreut! Ich freu mich schon drauf mich wieder mit euch in die Arbeit zu stuerzen...
Bis bald!

summer camp

So, jetzt finde ich endlich mal etwas Zeit ueber das Sommerlager zu schreiben:

Zunaechst: es war genial! Es hat keine Nennenswerten Zwischenfaelle gegeben und es hat einfach tierisch Spass gemacht!

Von Freitag (26.09. bis Sonntag) waren 120 Cubs auf dem Lagerplatz und haben verschiedene Wasserspiele (obwohl es an dem Wochenende eigentlich recht kalt und windig war) gespielt, haben T-Shirts bemalt und einen "singing badge" gemacht.

Am Montag nach dem Wochenende kamen dann gut 600 Scouts fuer das "grosse" summer camp. Hier standen 16 Bases an vier Tagen (Di-Fr) auf dem Programm, Montag war Anreise- und Orientierungstag und Samstag sind alle wieder nach Hause gefahren (Bis auf die Rover, die Volunteers und Nikki, wir haben noch Zelte abgebaut und aufgeraeumt, zigtausend liegen gebliebene Teller und Tassen gespuelt...). Die Jugendlichen wurden in vier subcamps eingeteilt, innerhalb denen sie fuer die Activitaeten nochmals in vier Gruppen aufgeteilt wurden. Jeweils vier Bases standen unter einem Oberthema, sodass ein Subcamp an einem Tag ein Thema komplett "bearbeitet" hat. Fuer jede Base stand eine Stunde zur Verfuegung. Das hat hervoragernd geklappt. Die Themen fuer die Bases waren richtig interessant: Pioneering (alle Bases standen unter dem Motto mit Holz zu bauen: eine Trage, ein Katapult, Minimodelle bei denen die Kids ihre Fantasie schweigfen lassen konnten und eine Bruecke), Project (Theater zum Thema "no smoking"; erste Hilfe; Projet wo jeden Tag andere Kleinigkeiten am Platz verbessrt wurden: Steine aufsammeln, einen Weg durch einen Bach anlegen...; Umweltspiel), Hiking (Frisbee golf, abseilen, orientieren mit Compass und Karte und Hindernislauf) und Adventure (mit Bogenschiessen, Luftgewehr schiessen, Kanu fahren und Seilbahn ueber einen See hinweg).

Eine Sache, warum das Camp so super gelaufen ist: viele Rover haben gehofen das Camp am laufen zu halten. Sie hatten alle verschiedene Aufgaben, die sie (mit wenigen Ausnahmen, aber die hat man ja immer) hervoragend erfuellten. Beispielsweise: Kueche, Muell aufsammeln, erste Hilfe, Betreuung der Stationen fuer das Programm,

Ich hatte einen sehr guten Job: die Zeitung. Ich hatte also die Gelegenheit, nein: sogar die Aufgabe, jede Base zu besuchen und darueber zu schreiben. Gleichzeiyig konnte ich die Stimmung der Kids ganz gut wahrnehmen, da wir (ich hatte noch drei weitere Leute im Zeitungsteam) jeden Tag zwei Interviews abgedruckt haben. Wir haben jeden Tag ueber eines der vier Themen berichtet, sodass wir am letzten Tag von allen Bases geschrieben hatten. Gleichzeitig haben wir Witze, den "Tip of the day" und ein Dankeschoen fuer eins der arbeitenden Teams geschrieben. Das haben wir dann abends ausgedruckt und in den Subcamps an die "Noticeboards" gehaengt. Morgens haben dann alle Scouts (na gut, nicht alle) die Camp Zeitung gelesen.

Es hat wirklich viel Spass gemacht!